Als wäre nichts gewesen

Er ist wieder da. Gut ein Jahr nach seinem Abgang, verbunden mit der Hoffnung, nicht mehr so vielen gegnerischen Gewinnern die Hand schütteln zu müssen, kehrt Armin Veh zu seiner letzten erfolgreichen Station zurück. Seinen vorherigen Verein verließ der gebürtige Augsburger nach nur knapp vier Monaten, auch weil das Gefühl nicht mehr stimmte. Es bleibt zu hoffen, dass das Gefühl diesmal das Richtige ist. Nachdem der letzte Frankfurter Trainer Thomas Schaaf zu seinem Abgang förmlich gedrängt wurde, verständigte man sich in den Gremien der Eintracht nun auf den Weg des geringsten Widerstandes. Statt jungem Blut steht auch zu Beginn der neuen Spielzeit wieder ein alter Hase am Spielfeldrand, dabei hätte es progressive Alternativen gegeben. Zwar nicht der zuletzt hochgehandelte Tayfun Korkut, aber fraglos wäre Sascha Lewandowski eine attraktive Option gewesen. Attraktiv, allerdings nicht ohne Risiko, verfügt dieser im Profibereich doch bei weitem nicht über einen solch reichhaltigen Schatz an Erfahrung, wie der ehemalige Deutsche Meister Armin Veh.

Veh verließ den Club im letzten Jahr, da er keine Perspektive sah, mit der SGE weiter nach oben vorzurücken. Zu eng war damals das finanzielle Korsett, zu beschränkt waren die Entwicklungsmöglichkeiten. Hat sich all dies in einem Jahr geändert? Wohl nicht. Viel eher entsprang die erneute Verpflichtung Vehs rationalen Überlegungen, getragen von dem Umstand, dass der Ex-Stuttgarter mit den gegenwärtig unter Vertrag stehenden Spielern gut auskommt, bestens im Vorstand vernetzt ist und sich dieser nach dem Korb von Schmidt und dem Fehlschuss Schaaf keinen weiteren Fauxpas mehr leisten konnte. Für Veh wird das erneute Abenteuer Eintracht allerdings zum Risiko. Wird er, wie zuvor schon in Stuttgart, sein Denkmal zum Einsturz bringen? Oder schafft er es tatsächlich, mit der Eintracht tabellarisch an die Vorsaison anzuknüpfen, was für sich genommen schon einen Erfolg darstellten dürfte.

Die Entscheidung der Vereinsoberen stimmt traurig, auch weil die Eintracht abermals die Chance auslässt, mit Alexander Schur ein talentiertes Eigengewächs als Co-Trainer zu installieren, der dann langsam aber sicher in die Fußstapfen seines Chefs hineinwachsen könnte. Eine bewährte Praxis, die auch beim großen FC Barcelona gang und gäbe ist. Nur in Frankfurt scheint man auf solch verschmitzte Ideen nicht zu kommen, sondern sich lieber Altbewährtem hinzugeben. Alte Besen kehren gut, sagt man. Doch bei der Eintracht hat man schlicht noch nicht den Anschaltknopf für den neusten iRobot gefunden.

Zum neuen Trainer der Frankfurter Eintracht gibt es heute Abend (15.06.) ab 20:30h eine neue Ausgabe des Eintracht-Podcasts. Schaltet ein!

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Zu Gast beim Rasenfunk

Am gestrigen Tag wurde mir erneut die Ehre zuteil, am herausragenden Rasenfunk-Podcast von Max-Jacob Ost (@gnetzer) und Frank Helmschott (@helmi) teilnehmen zu können. Und wie könnte es anders sein: In dieser Episode ging es natürlich ganz maßgeblich auch um die Frankfurter Eintracht. Der Verein der Leiden wird ab Minute 81:10 thematisiert, allerdings kann ich jedem Fußballfan nur ans Herz legen, sich die gesamte Folge anzuhören, in der neben Florian Bogner (@flopumuc), dem leitenden Redakteur von Transfermarkt.de, auch der Hoffenheim-Spezialist Julian Ritter aka @bimbeshausen ausführlich zu Wort kommt.

Hier nun der Link zur aktuellsten Ausgabe der Rasenfunk Schlußkonferenz: Steffi Jones rettet die Eintracht

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Wenn Fußball einfach Spaß macht

FSV vs FCKDer FSV Frankfurt überrascht mich immer wieder. Vor dem ersten Spiel im neuen Jahr hörte ich in der Bahn zum Stadion mehrfach Gemurre, man solle Benno Möhlmann doch endlich gegen einen jüngeren Trainer austauschen. Nun, drei Partien später, sind sämtliche Kritiker verstummt. Mit 9 von 9 möglichen Punkten sind die Bornheimer famos in die Rückrunde gestartet und konnten sich hierdurch von den unteren Tabellenregionen befreien. Das Ziel Klassenerhalt ist fest im Visier und sollte angesichts lediglich 10 verbleibender Punkte absolut machbar sein. Besonders bemerkenswert ist allerdings, gegen wen der FSV die Punkte holte. Mit Nürnberg, Leipzig und dem FCK waren dies allesamt Gegner, die ernsthafte Aufstiegsambitionen hegten. Insbesondere vom letzten Spiel am vergangenen Sonntag bin ich noch ein wenig beeindruckt. Hier schafften es die Spieler um Benno Möhlmann eindrucksvoll, die Lauterer immer wieder im Ansatz zu stören, sodass sie nur selten gefährlich vor das Tor von Patric Klandt kommen konnten. Im ganzen Spiel kamen die Roten Teufel nur auf zwei Torchancen. Dies allein zeigt, wie gut die Taktik von Möhlmann gegenwärtig funktioniert. Hinzu kommt, dass der FSV über einen überragenden Spieler in den eigenen Reihen verfügt, der an manchen Tagen den Unterschied machen kann. Vincenzo Grifo, ausgeliehen von Hoffenheim, gelangen in dieser Saison schon sieben Treffer und mit dem Freistoß zum 1:0 erzielte er das vermeintlich schönste seiner bisherigen Karriere. Selbstredend, dass Grifo über die Saison hinaus nicht beim Fußballsportverein bleiben wird, aber dies konnte man auch nicht erwarten. Ist jedoch auch völlig irrelevant, solange er in dieser Spielzeit weiterhin so brilliert. Dass der FSV trotz knappen Vorsprungs und personeller Unterlegenheit (Aoudia flog in der 73. Minute vom Platz) nicht mehr in größere Bedrängnis geriet, illustriert die wiedergewonnene Stabilität der Abwehr, von der der große Bruder momentan nur träumen kann. Weiterlesen

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Die Rückrunde läuft: Gier, Gras und Glück

Ich fing diesen Blogbeitrag an, als der Ball noch ruhte. Noch vor der ersten Bundesligapartie in 2015 zwischen Wolfsburg und dem FC Bayern. Deswegen zunächst ein kurzer Rückblick auf das vergangene Jahr:
2014 hatte einige schöne Fußball-Momente. Klar wird der breiten Bevölkerung das Finale der Weltmeisterschaft in ewiger Erinnerung bleiben, aber für mich war das Rückspiel der Relegation zwischen Bielefeld und Darmstadt das Spiel, welches mich im letzten Jahr am meisten beeindruckt hat. Selbst für mich, als weitestgehend neutraler Zuschauer, war dies eine Partie, die mich völlig in ihren Bann zog und mir zeigte, wie schön bzw. auch dramatisch dieser Sport sein kann.

Doch nun zurück in die Gegenwart. Die ersten beiden Spieltage passé und das bisherige Fazit lautet: Schwierig. Weiterlesen

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Wahlsonntag

Bevor es nach einigen Monaten Pause hier wieder richtig losgeht, will ich euch kurz und (versucht) prägnant auf die anstehende Präsidentenwahl bei der Frankfurter Eintracht aufmerksam machen. Diese findet am morgigen Sonntag im Sportleistungszentrum der Eintracht am Riederwald statt. Beginn ist 12 Uhr, jedoch sollte man aufgrund des vermutlich großen Andrangs schon etwas früher anreisen. Bei der ordentlichen Mitgliederversammlung geht es, wie bereits erwähnt, hauptsächlich darum, einen neuen Präsidenten für den eV zu finden bzw. den alten in seinem Amt zu bestätigen. Die Kandidaten heißen Reiner Schäfer und – der bisherige Amtsinhaber – Peter Fischer. Die Entscheidung, für wen ihr eure Stimme abgeben sollt, kann bzw. will ich euch nicht abnehmen. Nur so viel: Informiert euch und fahrt morgen gen Riederwald! Die Entscheidung wird richtungsweisend sein, denn der nächste Präsident wird außerordentliches Mitspracherecht bei der Entscheidung haben, wer im Jahr 2016 Nachfolger von Heribert Bruchhagen wird. Im Eintracht-Podcast (ab Minute 52) habe ich die Ausgangslage schon mal näher beleuchtet, jedoch hier noch weitere Artikel, die bei der Entscheidungsfindung helfen könnten:

Auf die Schnelle fallen einige Dinge auf: Ich wundere mich, dass sich Kevin Trapp indirekt in die Präsidentenwahl eingemischt und seine Vertragsverlängerung damit in Verbindung gesetzt hat. Gut möglich, dass Fischer und Trapp ähnliche Präferenzen in Sachen Clubbing haben, aber darüber hinaus weiß ich nicht, ob es so schlau für einen Bundesligaspieler ist, dessen Karriere aller Wahrscheinlichkeit noch weg von Frankfurt führen wird, sich dahingehend einzuschalten. Wie dem auch sei: Fischer ist ein herausragender Repräsentant für die Frankfurter Eintracht. Überaus charismatisch und sympathisch im Umgang mit seinen Mitmenschen. Allerdings hat er es zu verantworten, dass die eV unter seiner Führung in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Ob der biedere Schäfer es allerdings packen könnte, hier das Ruder herumzureißen, bleibt fraglich. Vielleicht liefert der morgige Tag eine Antwort darauf.

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Noch ist nichts verloren.

Man könnte harsche Worte wählen. Man könnte sich über die Ausrichtung des Vereins in den letzten Jahren beschweren oder gar den aktuellen Trainer kritisieren. All dies wäre nun angesichts der vier Niederlagen in Folge möglich. Doch nach dem gestrigen Spiel gegen Hannover 96 wäre dies nicht der richtige Weg. Die Richtung, die Thomas Schaaf am Samstag – aus welchen Gründen auch immer – eingeschlagen hat, verdient Respekt. Das er – quasi aus dem Nichts – Kittel und Kinsombi in die Startelf befördert, hätte ich beim besten Willen nicht für möglich gehalten. Im Falle von David Kinsombi zwar erhofft, aber wirklich nicht erwartet. Es ist korrekt, dass Schaaf dafür noch nicht belohnt wurde, musste sich die Frankfurter Eintracht durch ein überaus unglückliches Eigentor, dessen Entstehung (Stichwort Freistoß) man zudem noch mal diskutieren sollte, geschlagen geben. Doch allein die Entscheidung, dem in der Vorbereitung überzeugenden Kinsombi den Vorzug vor Oczipka zu geben, könnte in Zukunft noch auszahlen. Der ehemalige Mainzer hatte zugegebenermaßen anfangs Probleme, in das Spiel hineinzufinden und wäre beinahe für das erste Gegentor verantwortlich gewesen, doch mit etwas Glück wurde der vermeintliche Treffer von Briand abgepfiffen. Und danach kämpfte sich der Juniorennationalspieler in diese Partie. Er gewann mehr und mehr Zweikämpfe und wusste mit seiner Schnelligkeit zu überzeugen. Eine Fähigkeit, die Oczipka in den letzten Wochen völlig abging.
Neben dem 18-jährigen kam jedoch auch eine andere Hoffnung der SGE-Fans zurück auf den Rasen: Sonny Kittel – den einige schon am Ende seiner Karriere sahen, bevor diese überhaupt erst richtig losging – spielte von Beginn an. Insgesamt mit einigen guten Momenten, immerhin hatte er einen der wenigen Torschüsse der Eintracht, aber – ebenso wie Stendera – noch zu ungefährlich. Trotzdem bin ich felsenfest davon überzeugt: Dies ist der einzig richtige Weg. Mag Schaaf gegenwärtig nicht dafür sorgen können, dass die Männer vom Main Punkte einfahren, so traut er sich nun endlich das zu tun, wovor sich sein Vorgänger scheute. Unter Veh wollte Kittel am liebsten den Verein verlassen, da er in der gesamten Zeit seiner Reha kein einziges Mal vom Trainerteam kontaktiert und somit mit seiner Verletzung völlig alleine gelassen wurde. Seitdem der ehemalige Bremer Trainer ist, wandelte sich diese Situation komplett. Schaaf, der Kittel damals schon zu Werder holen wollte, bemühte sich um Kittel und ermutigte diesen, nicht aufzugeben. Dass er Recht behalten sollte, sah man nun auf dem Platz. Weiterlesen

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Herbstdepression.

cropped-img_5872.jpgEigentlich könnte man sich als Fan der Frankfurter Eintracht noch beruhigt zurücklehnen. Eigentlich könnte man noch immer auf die Tabelle schauen, ohne dass der Angstschweiß ausbrechen müsste. Aber „eigentlich“ zählt nicht.
Das gestrige Spiel der SGE war über weite Strecken schlichtweg erschreckend. Die komplette erste Halbzeit kamen die Hessen nicht dazu, auch nur eine halbwegs gefährliche Situationen entstehen zu lassen. Sicherlich lag dies auch am Gegner, der fast schon konsequentes Gegenpressing betrieb und überaus körperlich agierte, allerdings sind die Gründe dafür auch bei der Eintracht selbst zu suchen, wo beispielsweise Lucas Piazón noch immer kein Gewinn für das Spiel der Mannschaft von Thomas Schaaf darstellt. Der junge Brasilianer geht nur in ausgewählte Zweikämpfe und kann sich bei eigenem Ballbesitz nur unzureichend behaupten. Dies wäre jedoch vielleicht nur halb so schlimm, würde wenigstens die Defensive sicher stehen. Doch selbst dies ist gegenwärtig nicht der Fall. Der Ausfall einiger Stammkräfte macht sich in schmerzlicher Weise bemerkbar und so klafft insbesondere auf der linken Abwehrseite eine Lücke, die Bastian Oczipka nur unzureichend ausfüllen kann. Gegen seinen gestrigen Kontrahenten Koc sah er ein ums andere Mal überfordert aus und so musste er Bamba Anderson danken, dass die Eintracht nicht schon in Halbzeit 1 ein Gegentor kassierte. Aber auch auf der rechten Seite konnte noch kein gleichwertiger Ersatz zu Sebastian Jung gefunden werden. Ignovski ist sichtlich bemüht und mit Feuereifer dabei, aber auch bei ihm ist die Fehlerrate viel zu hoch. Hier hoffe ich, dass Chandler am kommenden Wochenende einen Einsatz von Beginn an bekommt. Weiterlesen

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Alles drin.

Welch ein Spiel! Am vergangenen Samstag erlebten die Fans der Frankfurter Eintracht Fußball, der Spaß machte. Eine Partie, die von Beginn an mit der richtigen Intensität geführt wurde. Bei der man merkte, dass hier beide Seiten Lust hatten, den Fans ein attaktives Spiel zu bieten. Vielleicht war es kein sonderlich hochklassiges Duell, kam es insbesondere in der Defensivabteilung beider Mannschaften immer wieder zu Fehlern, doch dies konnte kompensiert werden durch die außergewöhnlich gute Stimmung. Man kann noch so viel reden, noch so viele positive (Schein-)Argumente und logische Begründungen liefern. Kommt ein Traditionsclub wie der Effzeh nach Frankfurt, ist Stimmung im Haus. Da geht’s gleich um ein paar Prozent mehr als in einem Spiel gegen TSG oder VW. Dies machte sich auch bei den heimischen Anhängern bemerkbar, fielen diese doch durch dauerhaft starken Support auf. Weiterlesen

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In aller Kürze.

Über das kontroverse 2:2 am vergangenen Samstag auf Schalke wurde mit Recht viel geredet. Wer sich noch mal darüber aufregen will, der kann dies tun, in dem er diese Ausgabe des Eintracht-Podcasts hört.

Foto 17.02.14 16 20 36Gleiches Ergebnis, jedoch mit umgekehrtem Spielverlauf. So könnte man die Partie zu Hause gegen Mainz 05 beschreiben. Immerhin war die mannschaftliche Leistung der Eintracht wesentlich besser, als beim letzten Heimspiel. Gleichwohl muss man sich fragen, wie es zu solch teils haarsträubenden Schnitzern in der Abwehr wie von Russ kommen kann. Immerhin positiv: Stendera kam rein und sorgte mit seinem präzisen Freistoß dafür, dass Seferovic mustergültig einnetzen konnte. Das 2:2 ging insgesamt in Ordnung, wenngleich Meier noch die riesige Möglichkeit zum 3:2 vergab. Kläglich.

Noch bitterer allerdings, dass sich bei eben jenem Spiel Kevin Trapp so schwer verletzte, dass er bereits gestern operiert werden musste und nun für den Rest der Hinrunde ausfällt. Die Eintracht reagierte promt und nachdem zuvor in der Sommerpause noch kein dritter Torwart verpflichtet wurde, holte man dies nun in Form von Timo Hildebrand nach. Dies sorgte in weiten Teilen der sozialen Medien für lautes Gelächter, gab der ehemalige Nationaltorhüter bei seinen letzten Stationen doch nicht immer ein gutes Bild ab (man erinnere sich an das Champions League Spiel gegen Chelsea FC und den „Vorfall“ mit Samuel Eto’o). Wie dem auch sei: Ich bin der Ansicht, dass man mit Hildebrand eine schnelle und akzeptable Lösung gefunden hat. Der ehemalige Stuttgarter kommt aus Hessen (wie er schon bei seinem Antrittsvideo zeigte, spricht er auch ganz ordentlichen Dialekt ;)) und dürfte fit sein. Zudem scheint klar geregelt, dass er sich ohne Murren als Nummer 3 hinter Trapp und Wiedwald einreihen und damit der interne Frieden nicht gefährdet wird. Sicherlich hätte ich auch ich einige Bauchschmerzen, wäre er nun für die verbleibende Saison unser Stammtorhüter, kommt er doch bei weitem nicht mehr an sein Niveau aus der Meistersaison mit Stuttgart, aber als Backup ist er nach wie vor eine solide Lösung. Zudem denke ich nicht, dass er Unmengen an Geld verschlingen wird, wie es beispielsweise bei der völlig surrealen Vorstellung einer Verpflichtung von Victor Valdes der Fall gewesen wäre. Welcher Spaßvogel kam eigentlich ernsthaft auf diesen Trichter?

Ein weiteres – überaus logisches – Gerücht machte am heutigen Morgen die Runde. Nachdem Bobic – endlich – beim VfB entlassen wurde, suchen die Schwaben nach einem Nachfolger. Klar, dass der Name „Bruno Hübner“ in die Runde geworfen wird, ist er doch noch immer gut mit dem jetzigen Stuttgarter Trainer Veh befreundet. Trotz dieser unbestreitbaren Tatsache kann ich mir jedoch nicht vorstellen, dass Hübner allen Ernstes zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Eintracht verlässt. Seine Mission ist nicht beendet, er pflegt ein gutes Verhältnis zu Neu-Trainer Thomas Schaaf und das Pendel der Beliebtheit schlägt auch bei den Fans positiv in seine Richtung aus. Folglich denke ich, dass es hier lediglich bei einem – gut begründbaren – Gerücht bleiben wird, zumal die Atmosphäre in Stuttgart, auch trotz der Entlassung von Bobic, sich nicht jetzt auf gleich zum Besseren verändert. Dies ist ein Prozess, der zunächst intern angestoßen werden muss und erst bei einer Besserung erscheint es sinnvoll, externe Personen zu verpflichten.

 

Ein richtiges Hessenderby gab es – man mag es so nennen, oder auch nicht – am Mittwoch in der zweiten Liga. Dort setzte sich der SV Darmstadt 98 zu Hause eindrucksvoll gegen die erschreckend schwachen Bornheimer vom FSV Frankfurt durch. Heiliger Strohsack, 4:0. Was der FSV momentan auf den Rasen bringt, ist geradezu peinlich. Die zweite hohe Niederlage innerhalb weniger Tage und so langsam muss man sich fragen, warum man es nicht hinbekommt, trotz der individuell hohen Qualität nicht ausreichend Punkte einzufahren, um auch in der Tabelle eine ordentliche Position belegen. Viel schlimmer: Die letzten Auftritte geben keinen Anlass zur Hoffnung, dass sich dies in kurzer Zeit bessert. Gegen den FC St. Pauli am Sonntag muss schon fast zwingend ein Dreier her, will man nicht vollends in den Abstiegsstrudel geraden.
Wesentlich besser sieht es da tabellarisch für die Lilien aus, die gegenwärtig von der Tabellenspitze grüßen und nun schon beachtliche 14 Punkte vorzuweisen haben. Spielerisch ist auch deren Fußball nichts, was man in FIFA 15 nachmachen müsste, aber sie beherrschen klar strukturierte Mechanismen, um sich in der zweiten Liga mit Erfolg behaupten zu können. Maßgeblich dafür ist ihre Torgefahr nach Standards. Allein gegen den FSV resultierten zwei der Tore aus Ecken. Davon kann sich selbst so mancher Bundesligist eine große Scheibe abschneiden. Respekt! Mal sehen, wie es die Männer von Dirk Schuster am Samstag machen. An jenem Tag wartet mit Union Berlin ein überaus schwieriger Gegner auf sie.

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Der fast erwartete Einbruch.

Ja, man bekam einen zwingenden Elfmeter nicht zugesprochen. Ja, man hatte insbesondere in der ersten Halbzeit mehrere hochkarätige Chancen. Trotzdem hat es sich die Frankfurter Eintracht selbst zuzuschreiben, dass sie am vergangenen Sonntag die erste Niederlage der Saison kassierte. Verdient? Vielleicht nicht so ganz, allerdings gab es auch auf Seiten der Augsburger einige wirklich gute Möglichkeiten, die nur durch einen starken Kevin Trapp vereitelt werden konnten. Ein 1:1 wäre vermutlich das gerechte Ergebnis dieser fehlerreichen und wenig strukturierten Partie gewesen, aber dafür stellte sich die Frankfurter Eintracht schlicht zu dämlich an. Was nach dem Gegentreffer von der Mannschaft von Thomas Schaaf kam, war viel zu wenig. Keinerlei Ideen im Aufbau nach vorne, keinerlei Konzept, wie man Augsburg gezielt in den immerhin noch verbleibenden 40 Minuten weh tun könnte. Stattdessen blieb vieles meist Stückwerk und oftmals war schon im Ansatz zu erkennen, dass die nun folgende Offensivaktion gleich im Nichts verpuffen wird. Man bekam das Gefühl, dass mit dem zur Halbzeit ausgewechselten Hasebe auch der Lenker im Mittelfeld gegangen ist, welchen der bemühte Medojevic leider nicht wirklich zu ersetzen vermochte. Auch das viele Geschrei um Messias Meier verpuffte schnell, als er eingewechselt wurde und sich gleich zu Beginn mehrere Fehler im Abschluss leistet. Sowieso verstehe ich Eines nicht: Warum wird Meier als Heilsbringer für eine Mannschaft gesehen, die erkennbare Probleme in der Entwicklung von Chancen hat? Meier ist ein eiskalter Goalgetter, allerdings keiner, der das Spiel lenkt oder große Wege macht. Im Strafraum, dort ist er gefährlich und eine absolute Waffe, aber alles was davor passiert, muss in der Regel von anderen erledigt werden. Und genau dort hakt es. Inui war bemüht, allerdings viel zu wenig durchsetzungfähig und fiel so wieder zurück in alte Muster. Noch schlimmer allerdings Piazón. Ich verstehe, dass man dem Jungen möglichst viel Spielzeit gibt, damit er sich an das Klima der Bundesliga gewöhnen kann. Ich bin mir im Klaren darüber, dass er über ausreichend Talent verfügt, um – gerade auch ein solches Spiel – zu den Gunsten seiner Mannschaft zu entscheiden. Trotz allem lässt sich nicht von der Hand weisen, dass er gegenwärtig völlig von der Rolle ist und seiner Kollegen gerade nicht helfen kann. Leichtsinnige Fehlpässe, zu langsam im Zurücklaufen. Und hier verstehe ich nicht, wieso Schaaf in der zweiten Halbzeit Russ aus – und Flum eingewechselt hat. Bei aller Sympathie für Flum – ein solcher Tausch erschließt sich mir noch immer nicht. Russ hat bis dahin ein für mein Dafürhalten ordentliches Spiel gemacht. Wenn, dann wäre es doch sinnvoller gewesen, Piazón herauszunehmen und stattdessen Stendera auf diese Position zu stellen. Da muss Schaaf vielleicht noch ein wenig mehr Risiko gehen, auch wenn er bislang noch nicht überzeugt von Stendera sein mag. Gerade zum Ende der Partie hin gab es etliche Standards, die der junge Eintrachtler vielleicht besser hätte bearbeiten können. Positiv jedoch Kadlec, der sich zumindest in Halbzeit 1 mehrere gute Chancen erarbeitete und ständig in Bewegung war. Auf seine Leistung lässt sich aufbauen.

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Nun steht man also wieder da, wo man sich vor der Saison wohl selbst gesehen hat: Im Mittelfeld der Tabelle. Dass sich dies schon nach dem nächsten Spiel (Samstag, 15:30) wieder ändert, erscheint unwahrscheinlich, auch wenn mit Aigner eine wichtige Figur zurückkehren könnte und die Schalker gegenwärtig selbst alles andere als in Topverfassung sind. Wichtig wird sein, dass die Eintracht ein System dafür entwickelt, wie sie trotz fehlendem Spielmacher und neuen wenig eingespielten Außenpositionen dazu kommt, für mehr Torgefahr zu sorgen. Für das Spiel in Gelsenkirchen dürfte allerdings die Alternative Meier durchaus verlockend klingen, auch weil man dort nicht das Spiel machen muss.

Morgen (Dienstag, den 16.09.) ab 20h30 gibt es eine neue Ausgabe des Eintracht-Podcasts! Weiterlesen

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